XIX. Wie verlaufen die ersten Wochen des Studiums?
In den zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn bietet die Physik einen Mathe-Vorkurs für Physiker und Geowissenschaftler an. Hier sollen die Mathematik-Kenntnisse aus der Schule aufgefrischt und auf ein einheitliches Niveau gebracht werden. Die Teilnahme an dieser Übungseinheit ist daher unbedingt zu empfehlen, zumal man dabei auch schon seine späteren Mitstudierenden kennenlernt.
In der ersten Vorlesungswoche findet dann die Orientierungseinheit statt, in der die Fachschaft (die Organisation der Meteorologie-Studenten) Studienanfänger in das Uni-Leben einführt. Die in dieser Woche stattfindenden Vorlesungen sind in die Orientierungseinheit integriert.
VI. Welche Fächer habe ich im Studium?
Wie sich an den Leistungspunkten im nachfolgenden Bild 1 ablesen lässt, ist etwa ein Drittel des Bachelor-Studiums dem Erwerb von mathematisch-physikalischen Grundlagen gewidmet. Dabei besuchen die Meteorologen die gleichen Lehrveranstaltungen wie die Physiker. Ein Wechsel zwischen diesen Fachrichtungen ist damit zumindest in den ersten zwei bis drei Semestern ohne Zeitverlust möglich.
Studienplan für die Bachelor – Phase (Semester 1 bis 6)
- Mathematik (für Physiker) 24 LP
- Physik (für Physiker) 32 LP
- Einführung in die Meteorologie
- Meteorologische Instrumente und Messmethoden
- Strömungsphysik
- Datenverarbeitung
- Synoptische Meteorologie
- Technische Meteorologie
- Wissenschaftliche Präsentation
- Klimaphysik und Statistik
- Thermodynamik, Aerosol- und Wolkenphysik
- Einführung in die Theoretische Meteorologie
- Optik, Strahlung und Fernerkundung
- Berufspraktikum
- Bachelorarbeit mit Abschlusskolloquium
(zusammen 114 LP)
- Wahlbereich 10 LP
Im 1. und 2. Semester besuchen die Studierenden zwar schon einführende Meteorologie- Veranstaltungen, so richtig los mit der meteorologischen Ausbildung geht es jedoch erst danach, also wenn ausreichende Kenntnisse in Mathematik und Physik erworben worden sind. Dann schließt sich ein umfangreicher Block von Meteorologie-Modulen im Umfang von 114 Leistungspunkten an, der mit einer selbstständig anzufertigenden Studienarbeit – der Bachelorarbeit – endet. Das Thema dieser Arbeit ergibt sich typischerweise aus der Mitarbeit an einem Forschungsprojekt. Fast alle Studierenden sind im letzten BSc.- Studienjahr als wissenschaftliche Hilfskraft in einem der Drittmittelprojekte angestellt und haben intensiven Kontakt zu den Mitarbeitern und Doktoranden. Sie sind dann bereits in der Lage, kleinere Forschungsaufgaben zu übernehmen, die sich anschließend zu einer Bachelorarbeit ausbauen lassen. Teil des Fach-Studiums ist ferner ein mindestens vierwöchiges Berufspraktikum, das einen starken meteorologischen Bezug haben soll. Viele Studierende absolvieren es im Ausland, bei einer Partneruniversität oder einem der Wetterdienste.
Das Masterstudium (Bild 2) ist ganz auf forschendes Lernen ausgerichtet. Nur im ersten Jahr werden noch regelmäßig Vorlesungen, Übungen und Seminare in Meteorologie sowie einem das Fachstudium sinnvoll ergänzenden Nebenfach (z.B. Ozeanographie, Geophysik, Informatik) besucht. Das zweite Jahr dient der Anfertigung der ersten eigenen Forschungsarbeit. Sie wird durch die Module ‚Fachliche Spezialisierung’ und ‚Methodenkenntnis und Projektplanung’ ein Semester lang systematisch vorbereitet.
Studienplan für die Master – Phase (Semester 7 bis 10)
- Theoretische Meteorologie
- Atmosphärische Prozesse
- Meteorologische Modellierung
- Meteorologisches Seminar
- Lehrexkursion oder 4-wöchiges met. Praktikum
- Fachliche Spezialisierung (zur Vorbereitung auf die Masterarbeit)
- Methodenkenntnis und Projektplanung
(zusammen 69 LP)
- Wahlfach 9 LP
- Nebenfachmodul 12 LP
- Masterarbeit 30 LP
Während der fachlichen Spezialisierung ist der Studierende wiederum in eine Forschergruppe integriert und arbeitet sich – unterstützt von den Wissenschaftlern dieser Gruppe - in das Thema der Masterarbeit ein. Ist das geschehen, eignet er sich die für die Durchführung der Arbeit erforderlichen experimentellen oder numerischen Fertigkeiten an, entwirft seinen Versuchsstand oder schreibt Programme und erstellt schließlich den Zeit- und Kostenplan für sein Forschungsvorhaben. In dieser Vorbereitungsphase legt er im Rahmen von kurzen Präsentationen innerhalb seiner Gruppe immer wieder Rechenschaft über den Fortschritt der Arbeiten ab. In den darauffolgenden 6 Monaten wird dann die eigentliche Forschungsarbeit so selbstständig wie möglich durchgeführt und die Masterarbeit, ein üblicherweise ca. 100-seitiger Forschungsbericht, angefertigt. Das Masterstudium endet mit einem Vortrag und der Verteidigung der Arbeit vor einem Fachpublikum.
VII. Worauf kann ich mich spezialisieren?
Bachelor- und Masterarbeiten werden von allen Abteilungen des Instituts angeboten. Theoretische, Physikalische oder Technische Meteorologie, numerische Modellierung, Untersuchung von Ausbreitungsvorgängen im Windkanal oder Messkampagnen im Polarmeer sind als Rahmen möglich. Üblich ist es, bereits während des Studiums im Rahmen der Tätigkeit als Studentische Hilfskraft in eine oder mehrere Abteilungen hinzuschauen und so eine erste Spezialisierung zu erreichen. Weder eine solche Tätigkeit noch eine Diplomarbeit in einer bestimmten Abteilung legen einen jedoch fest. Ein Wechsel des Arbeitsgebietes ist ohne große Probleme möglich.
VIII. Kann ich ein Semester im Ausland verbringen?
Studierenden der Meteorologie bieten sich in Hamburg attraktive Möglichkeiten zu Auslandsaufenthalten. Spezielle Verträge wurden mit der School of Meteorology an der University of Oklahoma (USA), dem Atmospheric Science Program der Monash University in Australien sowie mit der Nanjing University of Information Science & Technology in China abgeschlossen. Sie ermöglichen es den Hamburger Studierenden, ein Semester an der jeweiligen Partneruniversität studieren zu können, ohne die im Ausland üblichen hohen Studiengebühren zahlen zu müssen. Natürlich gibt es einen Wettbewerb um diese Plätze, man muss also in den ersten Semestern überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Seit dem WS 2007/08 gibt es ein ERASMUS-Abkommen mit der Universität in Tromsø, über das Studierende ein Auslandsstudium an der nördlichsten Hochschule der Welt (UNIS) auf Spitzbergen absolvieren können. Informationen zu den Programmen gibt es auf der Institutshomepage des Instituts unter MI > Lehre > Studieninteressierte > Auslandsaufenthalte.
Neben einem studienorientierten Aufenthalt im Ausland besteht auch die Möglichkeit, an Auslandspraktika teilzunehmen.
X. Sind die Prüfungen schwer?
Auf Grund der physikalischen und mathematischen Ausrichtung ist das Studium der Meteorologie sehr zeitintensiv und erfordert daher viel Engagement. Wie in jedem Studienfach sollen die Klauseren am Ende des Semesters nicht nur Lerninhalte, sondern auch eine bestimmte Qualifikation abprüfen. Entsprechend ist ein regelmäßiges und aktives Mitarbeiten während der Vorlesungszeit nötig, um zu bestehen. Erfahrungsgemäß stellen vor allem die Klausuren in Mathematik für manchen Studierenden große Hürden dar. Aber auch diese können mit dem nötigen Arbeits- und Zeitaufwand gemeistert werden.
XIII. Wie hoch ist die Regel- und Durchschnittsstudiendauer?
Nach Umstellung auf das Bachelor/Master-Sytem werden die vorgegebenen Regelstudienzeiten (sechs Semestern Bachelorstudium und vier Semestern Masterstudium) nur noch in Ausnahmefällen überschritten.
XXI. Welche Veranstaltungsformen gibt es?
Das Studium besteht aus Vorlesungen teilweise mit Übungen, Seminaren, Praktika und Lehrexkursionen.
Bei mit Übungen verbundenen Vorlesungen müssen im Rahmen der Übungen Aufgabenzettel bearbeitet werden. Dies geschieht im Regelfall innerhalb einer Woche. Die Bearbeitung der Übungen erfolgt allein oder in Gruppen von zwei bis vier Studierenden. Ein erfolgreiches Bestehen der meisten Vorlesungseinheiten besteht damit aus einer regelmäßigen und erfolgreichen Teilnahme an den Übungen sowie aus dem Bestehen der Abschlussklausur (benotet).
Im Rahmen eines Meteorologischen Seminars wird anhand von Fachliteratur ein 20 bis 30-minütiger Vortrag ausgearbeitet, durch den die Studierenden das wissenschaftliche Präsentieren erlernen können.
Die physikalischen und meteorologischen Praktika bestehen aus einer Anzahl von Versuchen, die erfolgreich bearbeitet werden müssen. Die Ergebnisse sind zu protokollieren und auszuwerten. Während der Lehrexkursion in der Masterphase werden schließlich größere Messkampagnen in der Natur durchgeführt.
XXV. Wo finden die Veranstaltungen statt?
Fast alle rein meteorologischen Veranstaltungen, sofern es sich nicht um Lehrexkursionen oder Seminare handelt, finden im Geomatikum statt. Eine Ausnahme bilden die Veranstaltungen der Theoretischen Meteorologie, die üblicherweise im Grindelberg stattfinden.
Dagegen werden die Physik-Vorlesungen am Physikinstitut in der Jungiusstraße angeboten und Mathematik-Vorlesungen üblicherweise im Campus-Hauptgebäude in der Edmund-Siemers-Allee 1 oder im Audimax (siehe dazu auch: MI > Lehre > Studierende > Campusnavigator). Die Veranstaltungsorte sind jedoch untereinander alle fußläufig in kurzer Zeit zu erreichen.



